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Von Bach bis Bond

So voll wie am Sonntag, 1. November ist die Rössinger St. Peter und Paul Kirche sicher nicht oft. Auf Einladung und zusammen mit dem Kirchenchor Rössing gab das Hauptorchester des Harmonika Club Sarstedt ein Konzert in der kleinen Dorfkirche. Während das große Orchester den gesamten Altarraum ausfüllte, stand der Kirchenchor Rössing auf der Empore vor der Orgel.

Unter der Leitung seines Dirigenten Beat Duddeck eröffnete der Chor den musikalischen Nachmittag unter dem Motto "Von Bach bis Bond". Der erste Programmsatz begann denn auch tatsächlich mit dem "Jauchzet, lobet" von Johann Sebastian Bach und war eher kirchenklassisch geprägt mit dem folgenden "Der Herr ist mein Hirt" und Mozarts "Ave verum Corpus". Dann waren die Gäste aus Sarstedt erstmals an der Reihe. Der HCS unter der Leitung von Olaf Ahrens startete klangvoll mit einem völligen Kontrastprogramm und dem Titelsong aus dem letzten James Bond-Film "Skyfall". Mehrfach kommentierte Ahrens dem aufmerksamen Publikum die Musikauswahl des HCS, so auch beim folgenden "Rojo Tango". Dieser sei ein sogenannter Tango Nuevo, erklärte Ahrens, wie er aus der Feder des argentinischen Meisters dieses Faches, Astor Piazzolla, stammen könnte. Den "Rojo Tango" habe aber nicht Piazzolla, sondern sein Pianist Pablo Ziegler geschrieben. Im zweiten Chor-Teil stellten die Hausherren und –Damen aus Rössing dann ihre Vielfalt mit Gospel und Pop unter Beweis. Mit "Give Thanks", dem Evergreen "Amazing Grace" und Leonard Cohens "Hallelujah" beeindruckten die Gastgeber. Anschließend erläuterte Ahrens die Abenteuer des Helden aus der Filmmusik "Adventure!", zu der es überhaupt keinen Film gibt. "Stellen Sie sich den Film vor ihrem geistigen Auge zur Musik vor" forderte Ahrens die Zuhörer auf. Der letzte Chorteil endete wieder klassisch mit Chorälen von Johann Crüger, Michael Wittig und nochmals Johann Sebastian Bach, bevor die Gäste aus Sarstedt sich geradezu hymnisch mit der Kraft und Stimmungen, die Musik auslösen kann, beschäftigten und den Welthit von John Miles "Music" aufführten. Das Konzert sollte dann mit einem weiteren Filmtitel "Gabriella’s Song" aus "Wie im Himmel", in dem es auch um einen Chor geht, vom HCS beendet werden. Doch nach lautstarken Zugaberufen des begeisterten Publikums spielte dieses Mal der HCS ein Stück von Bach, "Ave Maria". Währenddessen suchten sich die Mitglieder des Kirchenchor Rössing in dem völlig überfüllten Altarraum einen Platz, um am Ende des Konzerts gemeinsam mit ihren Gästen den "Irischen Segenswunsch" zu singen und zu spielen. Nach vielen Danksagungen an die Organisatoren und Beteiligten waren sich am Ende alle einig, dass diese Kooperation bestimmt nicht zum letzten Mal stattgefunden hat und ließen den Konzertnachmittag zusammen mit den Gästen und Zuhörern bei Getränken und Gesprächen in der Kirche langsam ausklingen. (Hildesheimer Allgemeine Zeitung)